Forsetzung der Geschichte „Banküberfall in Passau“

Dort angekommen, mussten wir erst einige Zeit warten, denn es waren auch noch einige andere Leute anwesend. Doch als wir an der Reihe waren erwies sich der Polizist, der mir zuhörte, als recht freundlich und ging auch auf meine Vermutungen ein. Er fand meine Vermutungen sogar für recht wahrscheinlich und meinte deshalb: „Ich denke, diese Information wäre es wert, einmal zur Bank zu fahren und uns von deinem Verdacht zu überzeugen. Wenn deine Eltern es erlauben, darfst du im Polizeiauto mitfahren.“ Meine Eltern willigten ein und so fuhr der Polizist mit mir zu der Bank, an der sich der Geldverlust ereignet hatte. Dort erklärte mein jetziger Begleiter den Bankangestellten, er wolle sich im Keller wegen einem Verdacht umsehen. Bald erhielt er die Schlüssel für den Tresorraum vom Bankpersonal. Wir gingen zusammen hinunter in den Keller. Ich sah mich genau um. Es gab nichts, was bei einem normalen Polizisten Verdacht erregt hätte. Doch ich war ein Stück weiter als wohl all die anderen Polizisten, Herrn Mishammer, den Polizisten, der mich begleitete, natürlich ausgenommen. So sah ich mich nach einer Stelle UM9 wo ein Geheimgang münden könnte. Ich erblickte an einer der Wände ein Regal, doch konnte ich mir wohl denken, dass ich den Eingang zwischen den Büchern ja entdecken konnte. Doch, wie man sagt, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, und so sah ich mir das Regal denn doch an. Doch – ich hatte mich vorhin nicht geirrt – es war nichts hinter dem Regal. So ging ich in den Nebenraum weiter, der mit dem Gitter abgesperrt war Herr Mishammer sperrte mir auf. Dort fiel mir auch gleich ein Gegenstand ins Auge, der mein Interesse mehr in Anspruch nahm als das Regal. Dieser Gegenstand war ein Schrank, der mir äußerst windig vorkam, also gut geeignet war, ihn ohne ein Geräusch wegzuschieben. Als ich ihn mit dem Polizisten nun genauer unter die Lupe nahm, fand ich heraus, dass sich in dem Schrank nur Prospektständer ohne Inhalt befanden. „Lasst uns doch einmal diesen hübschen Schrank zur Seite rücken, mir scheint so, als wäre das mit nur geringem Kraftaufwand mö 'glich. Ich meine sogar, schon fast sicher sagen zu können, dass sich hinter diesem Schrank da.s Loch steckt, das den Eingang zu dem Geheimgang bildet, über den die Verbrecher in die Bank eingedrungen waren,“ meinte ich in sicherem Ton zu Herrn Mishammer. „Wenn das wahr wäre, dann wäre dir etwas gelungen, was der gesamten Polizei von Passau nicht gelungen ist. Außerdem gibt's dann sicher ein Zuckerl für dich,“ entgegnete er . „Doch nun hoch!“ forderte ich ihn auf. So hoben wir den Schrank zur Seite, was sogar noch leichter ging, als ich es erwartet hatte. Hinter den Wänden des Schrankes ergab sich das in Wirklichkeit, was in meinem Kopf durch meinem Scharfsinn schon einen Tag vorher vorhanden gewesen war. „Das – Das – Das ist ja Wahnsinn, Junge! Ich seh' schon die Schlagzeilen vor mir: elfjähriger Junge ist Passauer Polizei überlegen! Nein Danke!" sagte der Polizist aufgeregt. Ich war dagegen gar nicht so überrascht gewesen – ich hatte vieles schon vermutet. Nun gingen wir nach oben in die Bankhalle, wo man uns schon erwartete, denn es wollte hier wohl jeder wissen, wenn etwas gelöst wurde. Der Polizist erklärte, er könne noch nichts sagen, das sei ein Geheimnis, das erst dann in die Öffentlichkeit gelangen durfte, wenn die Täter gefasst waren. Er dürfe nur soviel sagen: Man habe eine heiße Spur, die wohl zum Erfolg führen wird. Als wir endlich wieder im Auto saßen, war sicher eine Stunde vergangen, und so waren meine Eltern auf dem Polizeirevier schon in Sorge um mich gewesen. Sie waren plötzlich ganz Feuer und Flamme, als sie hörten, was ich herausgefunden hatte. Bevor wir wieder zurückfuhren, versprach mir der Polizist noch: „Wenn wir die Täter fassen sollten, bist du sicher einer der ersten, der davon erfährt – und dann gibt's auch eine Belohnung – du bist doch hoffentlich noch einige Tage da?“ „Natürlich,“ entgegnete ich. „Auf Wiederschaun!"

An diesem Tag sollte natürlich nicht mehr viel passieren und so konnte ich mich gemütlich lesend. in den Garten setzen. Am Abend gab es wieder das gewohnte Abendessen und danach ging ich ins Bett – natürlich nicht, ohne mit meinem Opa noch ausführlich über den heutigen Tag diskutiert zu haben.

Schon am nächsten Tag in der Früh – ich war gerade aufgestanden – schrillte das Telefon. Nun kann man dreimal raten, wer wohl am Apparat war – natürlich der Polizist. Er teilte mir mit, dass die drei Verbrecher noch in der gestrigen Nacht gefasst worden seien – er hätte mich nur nicht um halb zwei in der Nacht aufstören wollen. Schon wollte ich denken, damit sei die Geschichte aus, doch es kam noch besser: Uns wurde für das nächste Jahr für die ganze Familie ein Urlaub in die Wüste Sahara geschenkt – Es lohnt sich doch Detektiv zu spielen, oder? – –