Drogenschmuggel in Porec

Als ich noch kleiner war, erzählte mir mein Kinderarzt, der häufig bei uns zu Besuch war, immer wieder Geschichten. Sie waren zwar ausnahmslos erfunden, doch spielten sie immer an Orten, an denen ich schon gewesen war. So auch diese, denn wir waren früher einmal mehrere Jahre lang in Istrien im Urlaub gewesen.

Wir fuhren soeben auf der Landstraße in Richtung Porec dahin: Ich, meine Mutter, mein Vater und meine Freundin. Dorthin wollten wir heute einen Ausflug machen, uns die Stadt und den Hafen ansehen und vielleicht ein Reisesouvenir kaufen. Die Sonne brannte heiß auf die rote Erde und so wünschten wir uns, möglichst schnell aus dem Auto herauszukommen. Eben kamen wir in Porec an. Noch um einige Kurven und Ecken, dann parkten wir und konnten endlich aussteigen.

Man konnte schon von dem Parkplatz aus die Meeresluft riechen, denn Porec liegt an der Adria. Wir gingen durch die Gassen, kauften uns zweimal ein Eis, welches man natürlich sehr schnell essen musste, damit es nicht zerlief. Kurz vor dem Meer kam man, wenn man durch eine bestimmte Gasse lief, an einen schönen kleinen Park, der mit einigen Bäumen bepflanzt war. Man sah noch einen Ast der wohl erst vor kurzem von seinem Baum gefallen sein musste, denn er harzte noch. Leider war viel Müll in diesem Park, sodass er uns bald vertrieb.

Nun kamen wir hinaus an den Hafen, wo auch viele Schiffe mit Verkaufsständen ankerten. Bei einem dieser Schiffe blieben wir hängen ‑ wir kauften dort zwei Muscheln. Als wir wieder weiter gingen, vielen mir die vielen Polizeiautos, an die zehn Stück, auf. "Schau mal, Nicole,“ sagte ich zu meiner Freundin. „Die vielen Polizeiautos! Wollen wir mal nachfragen, was die da machen?" "Natürlich,“ erwiderte sie. „Gerne. Vielleicht ist's ja was spannendes!“ Wir teilten auch meinem Vater die Entdeckung mit und dieser ging dann mit uns zu einem der Polizisten, der gerade ein Auto durchsucht hatten. „Entschuldigen Sie,“ begann mein Vater auf Englisch. "Mein Sohn und seine Freundin hier möchten gerne wissen, was Sie hier tun.“ Der Polizist verstand Englisch und erwiderte: „Nun, ich denke, ich kann es Ihnen sagen: Wir suchen eine Drogenschmugglerbande, die irgendwie auf dem Wasserweg hier große Mengen an Drogen einschmuggelt. Für sachdienliche Hinweise werden 5000 D-Mark Belohnung ausgesetzt. Ich hoffe, dass wir die Banditen bald finden!“ Mein Vater übersetzte uns das Zwiegespräch. Danach gingen wir noch ein wenig am Hafen entlang und trafen dabei, als es schon dunkel wurde, auf einen Fischer, der vor seinem Boot an seinem Fischstand lehnte. Wir beschlossen, dass wir uns heute Abend in unserem Campingbus Fisch braten wollten und gingen so zu dem Fischer und Fischhändler hin. „Grüß Gott,“ grüßte meine Mutter. „Haben Sie Seelachs da?“ „Natürlich habe ich Seelachs da, antwortete der Fischer freundlich. Wie viel wollen Sie?“ „Fünf Stück. Was kostet das?“ Moment, ich muss erst wiegen. – Sieben Mark fünfzig in D-Mark." Meine Mutter suchte das Geld heraus und gab ihm reichlich Trinkgeld. "Vielen Dank. Übrigens – mögen die beiden Kinder vielleicht einmal mit mir hinausfahren? Ich würde jetzt in einer halben Stunde losfahren. Es dauert ungefähr zwei Stunden.“ Es war jetzt schon sieben Uhr und so wären wir erst um neun Uhr wieder nach Hause gekommen. Deswegen war ich im Zweifel, ob meine Eltern es mir und Nicole erlauben würden. Doch zu meinem Erstaunen willigten meine Eltern schnell ein. 

Fortsetzung der Geschichte „Drogenschmuggel in Porec“