Fortsetzung von „Drogenschmuggel in Porec“

Nach einer halben Stunde befand ich mich mit meiner Freundin an Bord eines Fischkutters. Nun erst kamen wir dazu, unsere Namen auszutauschen. „Also, grüß euch,“ begann der Fischer. „Ich bin Johann. Könnt ihr mir sagen, wie ihr heißt?“ „Ich heiße Lorenz," erwiderte ich. „Und ich bin Nicole,“ ergänzte sie. Der Fischer machte einen guten Fang. Nicole wickelte sich in die Decke, die wir mitgebracht hatten, weil ihr kalt war. Als Johann, der Fischer, einmal wieder das Netz ausgeworfen hatte, setzte er sich zu uns. „Habt ihr eigentlich schon von der Drogenschmugglerbande gehört, die hier ihr Wesen treibt?“ fragte er. „Natürlich habe ich schon davon gehört," antwortete ich sofort. „Es sollen hier über das Meer Drogen eingeschifft werden.“ „Und es ist eine Belohnung von 5000 D-Mark ausgesetzt,“ ergänzte Nicole. Er erzählte uns davon, dass es leider sehr oft der Fall sei, dass es dort Drogenschmuggel gäbe. Als ich ihn fragte, wie die Drogen eigentlich eingeschmuggelt werden könnten, antwortete er mir, sie seien irgendwie sehr gut versteckt in den großen Meeresschiffen und in Küstennähe würden sie dann von Fischerbooten, so wie seines sei, an Land gebracht werden. Da kam auf einmal ein großes Schiff in der Nähe von ihnen zum stehen und warf den Anker aus. Nun hörte man leise Außenbordermotoren brummen. Da sah man auch schon einige Fischerboote auf das eben angekommene Schiff zulaufen. Man hörte auch schon einige Stimmen in fremden Sprachen etwas sagen.

Irgendwie hatte ich plötzlich ein komisches Gefühl. Ich sagte zu Johann: „Es wäre doch irgendwie sehr spannend, wenn das hier jetzt die Drogenschmuggler wären, nach denen die Polizei sucht!“ „Nun ja,“ erwiderte Johann. „Möglich ist mit euch beiden alles!“ Kurz nachdem wir diese Worte gewechselt hatten, sah man, dass irgend etwas verladen wurde. Ich verlangte bei Johann nach dem Fernrohr. Als ich so genauer sehen konnte, bemerkte ich, dass es Rettungsreifen waren, die die Leute dort verluden. Es war dabei nur sehr merkwürdig, dass sich die Reifen kein bisschen eindrückten und starr waren wie aus Stein. Wie ich Johann und Nicole meinen Befund mitteilte, schöpften diese auch sogleich Verdacht, sodass sich Johann entschloss, die Küstenpolizei zu alarmieren. Es gehörte schon einige Überredungskunst dazu, um die Leute von der Polizei von dem Verdacht zu überzeugen. Doch schließlich ließen sie sich überreden. Leider waren die vermeintlichen Fischer nur allzu schnell mit dem Verladen fertig und die Motoren brummten wieder an. Als die Polizei zwei Minuten zu spät ankam, konnte ihr nur noch die Richtung beschrieben werden. Als sie beschlossen, den Booten so schnell wie möglich zu folgen, fragte ich: „Darf ich auch mitfahren?“ Doch einer der Polizisten, der offenbar Deutsch verstand, entgegnete: „Das ist zu gefährlich für Kinder! Vielleicht müssen wir schießen!“ Damit brausten sie ab. Der Wortwechsel hatte höchstens eine Viertelminute gedauert. Wir setzten den Motor auch wieder in Gang, jedoch viel langsamer, als die Polizisten, um sie im Ernstfall nicht zu bald einzuholen. Schon nach eineinhalb Minuten Fahrzeit hörten wir zwei Schüsse dicht hintereinander knallen. Noch eine weitere halbe Minute später kamen die Kutter in Sicht. Wir wollten schon schnell zurückfahren, doch da hörten wir schon die Stimmen der Polizisten: „Der kleine Lorenz mag herüberkommen!“ Ich erfuhr auf dem Schiff, von dem die Stimme gekommen war, dass ich nun prüfen solle, ob sich mein Verdacht bestätigen würde. Ich zog mein Messer und schnitt einen der Reifen auf. In ihm waren viele Säckchen enthalten deren Inhalt einem nach genauerer Betrachtung als Rauschgift erscheinen konnte.

Kurzum, wir wurden groß gefeiert und die 5000 DM wurden unter uns geteilt. Eine halbe Woche lang hatte ich noch einen schönen Urlaub, danach fuhr meine Familie mit mir wieder nach Hause, neuen Abenteuern entgegen...

Lorenz Reichelt fertig gestellt am 30. Mai 2001