Hobbys
Der Redneck Stable bei Straußdorf
Über einen Zeitungsauschnitt (also wie damals bei meinem ersten Reitstall) bin ich zum Redneck Stable in Großhelfendorf gekommen. Er bestand damals aus einem kleinen Stall, einem Reitplatz, Koppeln und vier Pferden. Doch Reiner, Gitti, Jenny, Jacqueline und ihr kleiner Bruder Tim sind nach Straußdorf in der Nähe von Grafing umgezogen und haben dort einen großen Bauernhof abseits von Straßen und Lärm bezogen.
Fantastische Ruhe herrscht nun dort, und Platz ist auch reichlich vorhanden. Die vier Pferde haben nun ein Stallgebäude, das an das Wohnhaus (man sähe ihm allein nicht an, dass es zu einem Bauernhof gehört, so schön und modern ist es) angebaut ist und reichlich Auslauf. Eigentlich ist das dort jetzt das Gelände für eine Reitschule, wie ich es mir schon immer gewünscht habe. Nach dem ersten Besuch war ich sehr erleichtert, denn durch die einsame Lage, inmitten der Natur, ist die Situation sehr verbessert worden. (Als meine ehemalige Reitschule umgezogen war, zog sie an den Rand eines Dorfes, sodass man in weniger als einer halben Stunde Hauptverkehrsstraßen kaum verlassen konnte.)
In den vier Pferden liegt auch die Qualität am Redneck Stable: In den Reitstunden sind maximal drei Teilnehmer dabei, und so wird einem von Reiner wirklich viel Aufmerksamkeit geschenkt und man kommt schnell voran.
In den Reitstunden merkt man erst einmal, wie fein und abgestimmt auf das Pferd man reiten kann, und dabei immer noch Hilfen und Sitz gebraucht, der von Vielen als nicht zum feinen Reiten geeignet bezeichnet wird. Wer einmal eine Reitstunde erlebt, wird wohl meistens feststellen, wie groß der Qualitätssprung zu seinem bisherigen Reitunterricht ist: Reiner sieht dem Schüler und dem Pferd zu und gibt immer wieder genaue Korrekturanweisungen, sodass man in einer Reitstunde dort wohl mehr dazulernt als in fünf woanders.
Und noch etwas gibt es am Redneck Stable, was auch letztendlich das war, was mir an meinem ehemaligen Reitstall, als es mit dem Ende zuging, am meisten gefehlt hat: Die Herzlichkeit, die Unkompliziertheit und der freundliche Umgang.
Ich hatte mich früher auf der „Ranch“ meines ersten Ferienlagers fast wie daheim gefühlt, und dieses Gefühl war mir verloren gegangen in der Gier nach Geld, die die Herzen verschließt. Ich glaube, ich bin gerade dabei, dieses Gefühl wiederzuentdecken…