John Denver

John Denver singt und spielt Gitarre.
John Denver bei einem Konzert in den Niederlanden im Jahre 1997. Foto: Inge Kaminski

Das Laredo Festival 2004

Lawrence Pripple sitzt im Hintergrund auf einem Holzwagen mit einer 6saitigen Stahlsaitengitarre, im Vordergrund lodert ein Lagerfeuer.
Lawrence Pripple mit der weißen 6saitigen Stahlsaitengitarre von Ronny Nash, in der Mitte der Bühne zusammen mit Ronnys Band „The Whiteline Casanovas“.

Nach dem genannten ersten kleinen Auftritt mit meinen Eltern entdeckte ich im Sommer 2003 eine „Ranch“ in meiner Nähe. Beim ersten Kinderlager dort hatte ich beim Abschlussabend im Roundpen wieder einen kleinen Auftritt, diesmal solo, und spielte „Blowin’ in the wind“ und „Es ist an der Zeit“, ein heftiges Anti-Kriegs-Lied.

Anschließend begann eine zufällig anwesende, erwachsene Querflötistin mit „Greensleeves“ und spielte dann „Take Me Home, Country Roads“. Mein damaliger Reitlehrer fragte mich, ob ich auf der Gitarre mitspielen könne, doch ich kannte das Lied nicht!

Zu Hause angekommen, fragte ich sofort meinen Vater, ob er dieses Lied kenne und irgendwo eine Aufnahme davon hätte. Er drückte mir nach einigem Suchen „John Denver’s Greatest Hits 1“ in die Hand, und ich arbeitete daran, mir Text und Begleitung des Liedes herunterzuhören. Damals spielte ich freilich noch alles geschlagen und konnte den Rhythmus so noch nicht so gut wiedergeben.

Auf dieser CD erkannte ich auch „Leaving On A Jetplane“ wieder und fand so heraus, dass dieses Lied auch von John Denver war.

Im Frühjahr 2004 ritten wir mit 5 Pferden von Königsdorf nach Geretsried zum Laredo Festival. Wochen im Voraus hatte ich bereits mit dem Fahrrad und zu Fuß die Gegend erkundet, um dann der Führer der Gruppe sein zu können. Es gab am Laredo Festival ein großes Festzelt, in dem am ganzen Wochenende vier Musikgruppen spielen sollten. Freitag Abend die Band „Silverwood“, Samstag Nachmittag die „Hangover Boys“, Samstag Abend die Band „Ronny Nash and his Whiteline Casanovas“ und Sonntag Mittag dann die „Cripple Creek Band“.

Die Übernachtungen verliefen ruhig, auch wenn es regnete. Die Besucherzahlen blieben leider weit hinter den Erwartungen zurück (na, die haben halt alle nicht gewusst, was Samstag Abend passieren sollte…), das ist wohl auch der Grund dafür, dass es 2005 dann kein Laredo Festival mehr gegeben hat. Schade :-(

Samstag Nachmittag dann fragte mich mein Reitlehrer, ob ich denn nicht einmal auf der Bühne spielen wollte. Da ich vorher schon Kontakt zu den „Hangover Boys“ gehabt und sie überaus arrogant gefunden hatte, zog ich nicht recht.

Doch der Abend kam, das Zelt füllte sich, und „Ronny Nash and his Whiteline Casanovas“ betraten die Bühne. Ich weiß heute noch, wie sie die Show begannen: „Ladies and gentleman, put your hands together for Mr. Ronny Nash!“ – Applaus. Abendessen, wieder aus dem Zelt hinaus, wo es mir, wie immer, viel zu laut war, doch auf einmal kommt mein Reitlehrer auf mich zu und sagt: „So, jetzt ist eine andere Band da, jetzt packen wir ’s!“

Und tatsächlich, in der Pause vor dem „Endspurt“, wie Ronny später sagte, fing mein Reitlehrer Ronny ab und fragte ihn. Axel gab dabei noch Beistand und so ging ich, bevor ich wusste, wie mir geschah, mit hinüber zum Tisch der Band, wurde vorgestellt und gefragt, was ich denn für ein Lied spielen wolle. Ich sagte, „Leaving on a jetplane von John Denver“. Der Fiddler meinte gleich, er kenne dieses Lied und fing auch an, einen Vers davon zu singen. Da wurde mir schon wesentlich wohler im Bauch. Das zweite Lied, das ich spielen wollte, „Bob Dylan’s Dream“, kannte zwar keiner, aber egal, ich musste da durch.

Ich drängte, vorzeitig auf die Bühne zu gehen, um die Gitarre schon mal Probespielen zu können. Ganz in weiß war sie gehalten, und die Verbindung zum Mischpult lief über Funk. Ich sollte an einem einzelnen Mikrofon auf einem Ständer singen, ich, der ich noch nie vorher an einem Mikrofon gesungen hatte, und keine Ahnung hatte, dass man vielleicht ein wenig näher hingehen sollte, als ich es getan habe…

In meiner Aufregung hätte ich beinahe das Plektrum übersehen, das zwischen den Saiten klemmte und den Kapodaster habe ich auch nicht gefunden, bis Ronny mich darauf aufmerksam machte, dass er doch an der Kopfplatte der Gitarre steckte. Ich war so unvorbereitet in die ganze Sache gegangen, dass ich sogar noch ausprobieren musste, ob ich „Leaving On A Jetplane“ nun in C- oder in D-Dur singen würde. Ich entschied mich für D-Dur, denn mein Vater hatte mir einmal gesagt, es sei so leichter für einen Fiddler, spontan mitzuspielen.

Dass dann beim eigentlichen Auftritt Ronny vergessen hatte, die Gitarre und ihren Funksender einzuschalten (was ich ja nicht ahnen konnte) und das Mikrofon mir anfangs aus einem Meter Abstand auf die Brust zeigte, war mir dann auch schon egal.

Das Ganze wurde sogar auf einem Film festgehalten, den ich gerne mal herzeige. Ich kann ihn aber nicht online stellen, denn dann würden wieder erheblich GEMA-Gebühren fällig, und das nur für eine Erzählung.

Ich glaube, so gut wie nach diesem Auftritt habe ich selten in einem Zelt geschlafen, und so erzählte ich dann am nächsten Morgen meinen Eltern, die uns am Laredo Festival besuchen kamen, von dem Erlebnis: Der erste große Auftritt, und ein John Denver Lied war natürlich mit dabei!

2006 sollte Lawrence Pripple dann schon selbst auf dem Laredo Festival spielen.