John Denver
Die Musik John Denvers: Das WildLIFE Concert
Im Februar 2005 war ich einmal längere Zeit krank im Bett, und mein Vater wollte mich aufmuntern, indem er mir eine CD von John Denver schenkte: „The Best of John Denver – live“.
Er legte sie in den CD-Player, sie fing an zu spielen, und ich war gefesselt – trotz meiner Krankheit – bis der letzte Ton verklungen war. So nah, so kristallklar, so ganz ohne die sonst so stark verwendeten Effekte: Das war ein neuer John Denver für mich!
Die CD hatte zwar kein umfangreiches Booklet, aber es reichte doch, um mir eine Vorstellung des späten John Denver zu geben. Und diese Gitarre, mit der er spielte. Sie klang auf der Aufnahme so klar definiert, wie ich noch nie eine Gitarre zuvor gehört hatte, und den flüchtigen Eindruck, den die Bilder von ihrer optischen Erscheinung gaben, waren auch umwerfend.
Doch in erster Linie brachte mich die Musik auf der CD dazu, immer mehr und immer neue Lieder von John zu lernen. Zu dieser Zeit habe ich mir sogar eine Notation der Begleitung von „Rocky Mountain High“ heruntergeladen. Doch – wie es nicht anders zu erwarten war – war mir die Tonlage viel zu hoch. Ich kam also nicht umhin, meine eigens ausgedachte, in einer anderen Tonlage befindliche Begleitung weiter zu entwickeln. Auch wenn sie nicht perfekt ist, hat sie doch viel vom Original.
An dem Freitag, an dem es in diesem Jahr das Zwischenzeugnis gab (es war recht gut ausgefallen), sagte mir mein Vater, er habe eine Überraschung für mich, und ich solle in sein Zimmer kommen.
Als ich am Fernseher John mit seiner Gitarre dasitzen sah, war es um mich geschehen, nichts konnte mich mehr aus diesem Zimmer vertreiben. Die nächsten zwei Stunden haben meine Entwicklung bis heute sicherlich geprägt. Endlich sah ich den, den ich so bewunderte, aber doch nie mehr live erleben würde können, einmal mit Bild singen. Es war bezaubernd.
Am Abend sah ich mir den ganzen Film gleich noch einmal an, und ich ernte momentan immer noch ein „schon wieder“ von meiner kleinen Schwester, wenn ich die DVD mal wieder einlege…
Rezesion
Bei Amazon habe ich zur Doppel-CD folgende Kunden-Rezension geschrieben:
Das Wildlife Concert birgt die Musik John Denvers unverfälscht und durch den „unplugged“-Sound das Gefühl, er würde direkt vor einem im Wohnzimmer spielen.
Abseits von Effekten und Hallwolken gibt die Aufnahme nahezu perfekt die Live-Situation wieder.
Und mit den klar definierten, natürlich klingenden Stimmen von Jim Horns Blasinstrumenten, Pete Huttlingers Gitarre, Mandoline und Banjo, Chris Noles wunderbaren Klavierüberleitungen und der Percussion von Michito Sanchez wird mehr denn je der Charakter von John Denvers Musik nahe gebracht. Dazu tragen natürlich auch Alan Deremo am Bass und Johns ehemaliger Gitarrist James Burton sowie die Begleitstimme Pat Hawks bei.
Unheimlich nah und direkt wirken auf einmal Lieder wie I'm Sorry mit dem Streicherquartett und man kann die Wärme in Sunshine On My Shoulders oder A Song For All Lovers wirklich spüren.
Besonders, wenn jemand die teilweise etwas getragenen frühen Aufnahmen der Klassiker stören, wird er riesige Freude an den hier vorliegenden Versionen finden.
Gerade auf dieser Platte kommt das wunderbare Erbe, das John Denver der ganzen Welt mit seiner Musik hinterlassen hat, zur Geltung.
